Vegane Medikamente

Immer mehr Menschen leben vegan und verzichten im Alltag auf tierische Produkte. Neben Lebensmitteln und Alltagsprodukten können aber auch Medikamente tierische Produkte enthalten und werden von Veganern deshalb in vielen Fällen abgelehnt. 

Doch die Suche nach veganen Alternativen ist knifflig. Viele Stoffe sind nicht eindeutig gekennzeichnet und für Patienten nur schwer zu identifizieren. In unserem Team arbeiten deshalb mehrere vegane Kolleginnen und Kollegen, die kompetent helfen können. Außerdem empfehlen wir veganen Patienten die App whatsin, auf die wir hier hinweisen möchten. Sie hilft unkompliziert und schnell bei der Auswahl veganer Medikamente.

Mehr als 1.000 verschiedene tierische Stoffe 

Und diese Hilfe ist auch nötig, denn eine Vielzahl von Medikamenten enthält Stoffe aus tierischen Quellen. Mehr als 1.000 verschiedene tierische Inhaltsstoffe sind zugelassen und kommen in der Arzneimittelproduktion auch zum Einsatz. Von Laktose über Gelatine, Heparin, Wollwachs oder Bienenextrakt. Medikamente sind im wahrsten Sinne „voll“ von tierischen Produkten. 

Problemfall Stearate

Ein besonderer Stoff ist die Stearinsäure (oder auch als Stearat bezeichnet). Diese Substanz wird als Tablettiermittel oder Emulgator verwendet. Und er kommt in tausenden Medikamenten zum Einsatz. Das Problem: Stearinsäure darf laut Europäischem Arzneibuch aus Tieren gewonnen werden – die Herkunft muss jedoch nicht näher deklariert werden. Und das hat Folgen. Für mehr als 50.000 Präparate bleibt unklar, ob das verwendete Stearat aus Pflanzen oder aus Tieren gewonnen wird.

App whatsin hilft Veganern bei Medikamentenauswahl

Um mit wenigen Klicks einen Überblick über vegane Inhaltsstoffe zu bekommen, empfehlen wir die App whatsin. Sie zeigt, ob das jeweilige Mittel vegan ist, und bietet eine Alternativsuche an, falls tierische Produkte enthalten sind. Die App weist auch auf das Problem der Stearate hin. 

Hier geht es zum kostenlosen Download: 

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App Store

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Thema Tierversuche 

Am Thema Tierversuch scheiden sich ein wenig die Geister. Denn jedes neu entwickelte Medikament muss zunächst an Tieren getestet werden. Für viele Veganer ein Tabu. Allerdings betrifft das insbesondere die Präparate, die erstmals zugelassen werden, also die sogenannten Originalpräparate. Die Generika (also die Nachahmer-Präparate) werden anhand von Bioäquivalenzstudien zugelassen und hier entfällt der Tierversuch. Und auch wenn sich diese Studien formal auf Daten aus den Tierversuchen des Originalpräparates bezieht, wurde für die Zulassung der Generika kein Tierversuch durchgeführt. Tiere kamen hier nicht direkt zu Schaden. 

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